Jahnschule Hünfeld

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Die Jahnschule Hünfeld unterhält zwei Schulpartnerschaften mit dem Collège Mescoat in Landerneau (Frankreich) und Zespól Szkół in Proskau (Polen).


Landerneau

Der Schüleraustausch zwischen dem Collège Mescoat in Landerneau (bei Brest in der Bretagne, praktisch direkt am Atlantik) und der Jahnschule Hünfeld

Zwischen der Stadt Landerneau (Departement Nord Finistere/Bretagne) und Hünfeld  besteht seit 1968 eine Städtepartnerschaft. Diese Partnerschaft ist in vielen gesellschaftlichen Bereichen sehr lebendig, sodass beide Partnerstädte im Jahre 2011/2012 die Ehrenplakette des Europarates erhielten.
Die eigentliche Schulpartnerschaft wurde am 29.03.1982 begründet. Seit 1983 finden regelmäßig Austauschfahrten zwischen den beiden Schulen statt. Realschüler der Jahnschule können ab der 7. Klasse im Wahlpflichtunterricht Französisch als 2. Fremdsprache erlernen. Der Austausch wirkt stark motivationsfördernd und hat sich zu einem festen Bestandteil des Französischlehrgangs in den Klassen 7 bis 9 entwickelt.
Die Fahrt findet alle 2 Jahre mit ca. 30 Schülerinnen und Schülern der 8. und 9. Realschulklassen statt. Aufgrund der Entfernung (1.200km) wird sowohl für die Hin- als auch die Rückfahrt eine Zwischenübernachtung in Paris bzw. in Reims eingeplant.
In Landerneau sind die Schülerinnen und Schüler in Gastfamilien untergebracht, mit denen sie gemeinsam den Alltag erleben können. Neben der Erweiterung der Sprachkenntnisse beinhaltet der Aufenthalt das Kennenlernen der Partnerstadt, der Lebensgewohnheiten, der schulischen Gegebenheiten im Gastland und die Begegnung mit gleichaltrigen Jugendlichen des Gastlandes.
Die Schülerinnen und Schüler werden intensiv auf die Begegnung vorbereitet. Informationen durch die Französischlehrkräfte werden mithilfe von authentischen Unterlagen aus Landerneau wie z.B. Landkarten und Broschüren sowie Internet-Recherchen ergänzt. Im Vorfeld der Reise werden sprachliche Hilfen in Form von typischen Redewendungen zur Verfügung gestellt und in Rollenspielen eingeübt. Die Korrespondenz mit den Austauschpartnern per E-Mail oder Brief stärkt zugleich den persönlichen Bezug.
Das Besuchsprogramm wird von der Partnerschule zusammengestellt. Es umfasst u.a. Schulbesuche mit Teilnahme am Unterricht, Essen in der Schulmensa, eine Stadtführung, das Kennenlernen des Bezirks Finistère in der Bretagne, die Besichtigung Brests und einen Empfang beim Bürgermeister.
Unsere Erfahrung zeigt, dass die Austauschfahrt neben der Erhöhung der Motivation insbesondere zum Aufbau einer interkulturellen Kompetenz und zum Abbau von Vorurteilen und Unsicherheiten beiträgt. Häufig bleiben Kontakte mit den Austauschpartnern über Jahre bestehen. Zudem kann die Bewährungssituation in den Gastfamilien die persönliche Entwicklung der Schüler fördern und sie für zukünftige internationale Begegnungen öffnen.
 
Wer die Fahrt schon einmal mitgemacht hat, weiß über viele Höhepunkte zu berichten:
  • die erste Pause auf einem französischen Rastplatz: man spricht tatsächlich französisch.
  • zum ersten Mal in der in einer französischen Autobahnraststätte: Was ist da überhaupt genießbar?
  • der Zwischenstopp mit Übernachtung in Paris: schon vor der Zuteilung der Hotelzimmer steht die wichtigste Frage im Raum: Où est McDonald? wo ist McDonald? Dafür gehen die Schülerinnen und Schüler dann kilometerweit durch Paris – auch eine  Art der Stadterkundung - und alles bei McD ist wie immer – die Menüs, man bezahlt mit Euro, … und schmecken tut das? Wie immer.
  • die Stadtbesichtigung in Paris am frühen Vormittag: eine Rundfahrt im Bus zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten einschließlich Fototermin am Eiffelturm.
  • die Minuten bis Sekunden vor der Ankunft am Collège Mescoat am frühen Abend des zweiten Reisetages: Im Bus herrscht ein hoher Geräuschpegel - die meisten Schülerinnen und Schüler wünschen sich lautstark die sofortige  Rückfahrt nach Hause – ein Zuwinken aus dem Bus würde reichen.
  • die erste visuelle Begegnung mit der Austauschpartnerin / dem Austauschpartner und den Gasteltern: oje, soll ich jetzt gleich mein Gastgeschenk auspacken – und was sage ich jetzt nur?
  • die erste Trennung von den Gefährtinnen und Gefährten der großen Reise: Jetzt geht es auf die Fahrt mit den Gastgebern zu deren Zuhause – im französischen Auto mit französischsprechenden Menschen
  • das erste französische Abendbrot – was man da so alles isst?
  • die erste Nacht mutterseelenallein in einer französischen Familie: ein fremdes Bett und oh ja, doch noch Glück gehabt: das Handy ist geladen und die deutschen Kontakte sind wieder da. und so weiter…

Das voraussichtliche Austauschprogramm für Oktober 2016 finden Sie hier: Info (pdf)

 

Proskau

Die Schulpartnerschaft mit der Schule Zespól Szkół im. Karola Brommera w Zimnicach Wielkich (Großschimmnitz, Schlesien), Stadt Proskau, Polen

In 2011 wurden die partnerschaftlichen Beziehungen der Jahnschule durch eine neue Verbindung zu einer Schule in Polen/Oberschlesien in Richtung Osten erweitert. Nachdem bereits ein Jahr zuvor eine Schülergruppe des Schulkomplexes aus Zimnice Wielkie (Ortsteil der Stadt Proskau) die Jahnschule besucht hatte, erwiderten die entsprechenden Schüler unserer Schule diesen Besuch in der Zeit vom 22. bis 28. Mai 2011. Begleitet wurden die 21 Schüler von den Lehrkräften Sabine Gerold, Dr. Regina Urbaniak und Schulleiter Berthold Quell.
 
Im Verlaufe der Woche konnten die Schüler durch ein abwechslungsreiches Besichtigungsprogramm viele Eindrücke aus der Region sammeln. Besucht wurden u.a. die Städte Breslau und Oppeln, der Zoo von Oppeln, der erst neu eröffnete „Jura-Park Krasniejów“ (Dinosaurierpark) sowie die Konzentrationslager Auschwitz und Birkenau.
 
Einer der Höhepunkte des Aufenthalts war die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde durch die beiden Schulleiter Krzysztof Cebula und Berthold Quell am 26. Mai 2011. In der Urkunde heißt es unter anderem: „Die Partnerschaft unserer Schulen verstehen wir als gemeinsamen Beitrag zum Prozess der europäischen Integration. Gegenseitige Besuche und Zusammenarbeit in unterschiedlichen Bereichen des Schullebens sollen dem besseren Kennenlernen dienen und zu gegenseitigem Verständnis führen. Unser Ziel ist es, auf diesem Weg zahlreiche Freundschaften zwischen Schülerinnen und Schülern, aber auch unter Lehrerinnen, Lehrern und Eltern zu stiften. Freundschaften müssen gepflegt werden, um lebendig zu bleiben. Mit der Unterzeichnung dieser Urkunde verpflichten wir uns, die gemeinsame Freundschaft lebendig zu halten.“
 
Schulleiter Krzysztof Cebula verwies in seiner Rede auch auf ein Wort von Johannes Paul II: „Die Geschichte Europas ist ein großer Fluss, in den sehr viele Nebenflüsse und Wasserstrahlen münden und die Vielfalt der Traditionen und Kulturen, die diese Geschichte bilden, ist ein großes Reichtum.“ Der Tag der Unterzeichnung der Urkunde sei ein besonderer, ein historischer Tag für ihn und seine Schule. Während der Besuche in Hünfeld habe man Herzlichkeit und Gastfreundschaft in den Gastfamilien erfahren können.
Und weiter sagte Schulleiter Cebula: „Ich glaube, dass die Partnerschaft für uns alle eine große Chance ist, sich weiter und rascher zu entwickeln. Die Partnerschaft ist auch die Chance, private Kontakte zu knüpfen, sowohl mit den Lehrern als auch mit den Schülern von der jeweiligen Partnerschule. In vielen Fällen ist die Mitarbeit der Anfang einer Freundschaft, die jahrelang dauert. Ich wünsche allen, dass es von dem heute angefangenen Werk große Früchte getragen werden. Es lebe und entwickle sich die Freundschaft zwischen dem Zespół Szkół in Zimnice Wielkie und der Jahnschule Hünfeld.“ Nachhaltig beeindruckt waren die Schüler und Lehrkräfte aus Hünfeld von der großen Gastfreundschaft, die ihnen in den polnischen Gastfamilien zuteil wurde. Beim Abschied in der Schule von Zimnice Wielkie gab es Tränen auf beiden Seiten.
Mittlerweile ist die Schulpartnerschaft mit der Schule in Zimnice Wiekie zu einem festen Bestandteil des Schüleraustauschs der Jahnschule geworden. In 2016 begegnen sich erneut Schülerinnen und Schüler beider Schulen in der Zeit vom 29.05.-04.06.2016 in Hünfeld. Begleitet werden sie von drei Lehrkräften, darunter Schulleiter Krzysztof Cebula und Ewa Wisniewska.